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Heilbronner Stimme, 8. Dezember 2009
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Umjubelter Auftritt
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So lässt man sich gerne hinters Licht führen: Mit einer vermeintlich kinderleichten, verspielten Petitesse von Wolfgang Amadeus Mozart nämlich, die in ihrer Zartheit noch nichts von der ganzen Kühnheit des Konzertabends des Trio Boulanger erahnen lässt. [...]
Und dann kommt Schostakowitsch. Nein, Schostakowitsch schlägt zu, mit aller Macht. Wie präzise das Trio Boulanger in Schostakowitschs Trio Nr.2 op. 67 das bange Vorgefühl des Unheils einfängt: ein dämonischer Totentanz.
Michaela Adick
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Hamburger Abendblatt, 30. November 2009
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Klangwerktage: Fest für die Neue Musik
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"Eine reine Lust war es dagegen, das Boulanger Trio mit Wolfgang Rihms "Fremde Szene" II und III zu erleben. Zupackend und mit emotionalem Dauerhochdruck realisierten die drei Musikerinnen Rihms süffige Hochromantik-Simulation."
ist
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General-Anzeiger Bonn, 21. November 2009
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Zwei Mal dasselbe Stück
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"Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss, wissen wir seit Heraklit. Gilt damit auch: man hört nicht zwei Mal dasselbe Stück? Die Probe aufs Exempel können Zuhörer in "ZweiMal" machen, einer neuen Konzertreihe im Beethoven-Haus.
Im Auftaktkonzert stand Wolfgang Rihms "Fremde Szene III" auf dem Programm. Das fabelhafte Boulanger Trio, bestehend aus Karla Haltenwanger, Klavier, Birgit Erz, Violine, und Ilona Kindt, Violoncello, spielte den "Versuch über Klaviertrio" aus dem Jahre 1983 eindringlich und aufwühlend. Rihm schrieb eine emotional aufgeladene Musik, und mit den Musikerinnen tastete man sich ins Unheimliche, Dämonische, Abgründige und Irrsinnige hinein.
Danach war Zeit fürs Gespräch. Moderator Patrick E. Hahn, locker im Ton, kompetent in der Sache, entlockte den Spielerinnen Persönliches zur Musik ("Ich sehe eine Bühnenszene, unterschiedlich beleuchtet", so die Geigerin), befragte Zuhörer und ließ das Trio ausgewählte Stellen wiederholen.
Dann die "Fremde Szene" zum zweiten. Spielten die Musikerinnen anders, schärfer vielleicht, transparenter? Schwer zu sagen. Aber man hörte es im Lichte einer neuen Erfahrung, reicher, bewusster: dasselbe und doch nicht dasselbe."
Mathias Nofze
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Thüringische Landeszeitung, 12. September 2009
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Junge Damen mit Konzept und Gefühl
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"Sie backen keine kleinen Brötchen, die drei Damen vom Boulanger Trio, dessen Name mitnichten vom französischen Bäckermeister, sondern von den Musiker-Schwestern Nadja und Lili Boulanger herrührt. 2006 gegründet, hat sich das Trio mit gerade einmal zwei CD-Einspielungen etabliert. Beide zeugen von einer gleichermaßen konzeptorientierten wie sensiblen Repertoirebildung.
In der ersten Aufnahme mit dem schlichten Titel "Piano Trios" folg auf Clara Schumanns leidenschaftlich-tänzerisches Trio in g-Moll das visionäre Opus 110 ihres Gatten Robert. Mit einer Selbstverständlichkeit meistern die Interpretinnen die heiklen Klangfarbenwechsel, ohne die Komposition ihres bruchstückhaften Charakters und ihrer Intensität zu berauben. Man darf vermuten, dass die Schumanns Wolfgang Rihm beipflichten würden, der in einem Brief an das Boulanger Trio schrieb, dass "so interpretiert zu werden wohl für jeden Komponisten ein Wunschtraum" sei.
Seine "Fremde Szene III", 1983/84 entstanden, beginnt sparsam und eisig: Spröde Flageolett-Klänge und lange Pausen werden von aggressiven Einschüben der Instrumente durchbrochen. Trotz moderner Klangsprache bleibt die Harmonik eigentümlich vertraut. Zitate und Reminiszenzen verweisen auf die Traditionen der Gattung Klaviertrio als "erkennbar altes Mobiliar, das herein geschoben wird aus einer Zeit, in der es mal benutzt ward..." Der Brückenschlag zur Moderne wirkt dabei nie gewollt, sondern selbstverständlich und zeugt vom ganzheitlichen Musikverständnis des Ensembles. Endlich eine Einspielung, welche die Kluft zwischen Vergangenheit und Gegenwart der Musik überzeugend zu schließen vermag.
Das Konzept der zweiten CD wird bereits im Titel "French Piano Trios" deutlich. Hier ist dem Trio insbesondere für die Werk-Pflege seiner Namsnegeberein Lili Boulanger zu danken. Ihren beiden 1913 entstandenen Klaviertrios ist eine erstaunlich moderne Klangsprache zu eigen. Ist der Klagegesang "D'un soir triste" ein in impressionistischen Klangfarben schimmernder Trauermarsch, so belebt das hoffnungsvoll strahlende "D'un matin de printemps" mit zarter Expressivität. Die drei Interpretinnen - Karla Haltenwanger, Birgit Erz und Ilona Kindt - demonstrieren nicht nur in Boulangers Kompositionen die ganze Bandbreite ihres schon jetzt charakteristischen Ensemble-Klanges. Es handelt sich um ein junges, erstklassiges Trio mit interessantem Repertoire."
Anna Schürmer
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Goslarsche Zeitung, 18. August 2009
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Internationales Musikfest Goslar
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"Es wäre nicht Beethoven, wenn es nicht irgendwann richtig zur Sache ginge. Und es wäre nicht das Boulanger Trio, wenn es dies nicht wunderbar dramatisch auszufüllen verstünde - ein Erlebnis."
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Ruhr Nachrichten, 10. August 2009
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Sommerkonzerte Schwerte
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"Boulangers gegensätzliche Stücke, das eine tieftraurig, das andere fröhlich bewegt, spiegelten auch den Facettenreichtum des Trios wieder. Selten wurde bei den Sommerkonzerten eine derart pure Nähe zwischen Musiker und Werk dargeboten."
Sarah Zaczek
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Kieler Nachrichten, 20. Juli 2009
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Debüt beim SHMF
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"Das luftig-leichte Scherzo seines [Mendelssohns] zweiten Klaviertrios c-Moll op. 66 - gespielt vom Berliner Boulanger-Trio - kam so heiter daher wie die Ouvertüre zu seinem "Sommernachtstraum", und sofort schien auch der Wettergott ein Einsehen zu haben: Schon in der Pause füllten sich die Picknickplätze im Garten und vor den Obstständen mit Kirschen und Himbeeren bildeten sich lange Schlangen."
Martin Dziersk
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Mittelbayerische Zeitung, 6. Juli 2009
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Drei Damen, die herrlich singen
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"Zum Schluss das Klaviertrio H-Dur (seltsamerweise in Moll schließend) op. 8 von Brahms, der geniale symphonische Kammermusikstreich des 21-Jährigen, der im selben Jahr (1854) von Robert Schumann prophetisch als der Musiker der Zukunft gepriesen wurde. Wie das Boulanger Trio dieses Werk zelebrierte, in leicht zurückgenommenem Tempo des Kopfsatzes die heikle Akustik aushebelte und die nachfolgenden Sätze klanglich wie dynamisch durchgestaltete, zeigte, dass die drei jungen Damen mit Recht zu den Großen ihres Faches zählen. Herausragend das Scherzo, dessen Thema wie ein Mendelssohnscher Feenreigen vorüberhuschte und das herrlich gesungene Trio."
Gerhard Heldt
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WDR 3 - TonArt
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Boulanger Trio - zwei neue CDs
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Wenn in diesem Jahr das Wort „Klaviertrio“ fällt, so purzeln meist gleich danach auch noch die Worte „Haydn“ und „Erfinder“. Nichts davon auf den beiden CD-Neuerscheinungen, mit dem nun ein junges und rein weibliches Klaviertrio mit Nachdruck auf sich aufmerksam macht. Erst 2006 gegründet, wurde das Trio bereits mehrfach mit Preisen bedacht und debütierte bereits in der Berliner Philharmonie, der Cité de la Musique in Paris und der Wigmore Hall in London. Die beiden CDs führen nach Frankreich auf den Spuren der Namensgeberin des Trios Lili Boulanger und von Clara Schumann bis in die Gegenwart. [...]
„So interpretiert zu werden, ist wohl für jeden Komponisten ein Wunschtraum“, schrieb Wolfgang Rihm dem Trio in einem Brief. Diese Adelung darf es nun mit Stolz auf die erste Bookletseite einer der beiden CDs schreiben, die nun kurz nacheinander beim Label Ars Produktion erschienen sind. Darauf kann man dann auch gleich nachhören, was Wolfgang Rihm an den Annäherungen an das Klaviertrio von Robert Schumann faszinierte, denn das Boulanger Trio kombinierte die Fremde Szene mit Trios von Robert und Clara Schumann.
Damit zeichnen die Musikerinnen in groben Zügen auch eine Skizze von der Entwicklung des Klaviertrios. Clara Schumanns Trio ist noch geprägt vom Geist des bürgerlichen Salons mit dem das Klaviertrio untrennbar verknüpft ist also jener Sphäre, die häufig verächtlich mit dem geringschätzigen Wort von der „Musikpflege höherer Töchter“ und der Karriere musikalischer Betulichkeitsformen wie Albumblatt oder Charakterstück in Verbindung gebracht wird. In Clara Schumanns Trio kommt dies im geselligen Ton zum Ausdruck Kammermusik, noch wirklich für das Musikzimmer.
Bei Robert Schumann spürt man den Drang, aus der Kammer auszubrechen das Trio strebt in den Konzertsaal, wo es auch vor Schroffheiten nicht zurückschreckt.
Zugleich verleiht Robert Schumann den Stimmen jene Eigenständigkeit und Unabhängigkeit, die im Klaviertrio häufig nur dem namengebenden Tasteninstrument zugestanden war. Und die es erlaubt, die Qualitäten der drei jungen Musikerinnen in jeder Hinsicht schätzen zu lernen. [...]
Die CD mit französischen Klaviertrios, auf der neben Musik von Gabriel Fauré und Camille Saint-Saens Werke der namensgebenden Komponistin und Dirigentin Lili Boulanger zu hören sind.
Gemeinsam mit ihrer Schwester Nadia zählt Lili Boulanger zu den herausragenden Musikerinnenpersönlichkeiten des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts. Als Vorbilder sind sie prädestiniert für dieses weibliche Trio, dessen Stimme man in den kommenden Jahren sicher nicht nur in Kammermusiksälen häufiger zu hören bekommt, dafür werden auch die beiden neu erschienenen Tonträger sorgen.
Patrick Hahn
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klassik.com, 24. Mai 2009
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Ausdrucksvolle französische Klaviertrios
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"Nach seiner Einstandsplatte legt das 2006 gegründete Boulanger Trio nun bereits seine zweite Einspielung vor. Wie bei der ersten handelt es sich um eine ebenso durchdachte wie gelungene Werkzusammenstellung, für die der aus dem Popmusikbereich herüber genommene Begriff Konzeptalbum allzu kühl wirkt, gemessen an dem farbig-schillernden Inhalt. War es bei der der ersten Aufnahme Schumann als roter Faden (Clara und Robert Schumann bis Wolfgang Rihm), so wird hier das Verbindende bereits im Albumtitel genannt: ‚French Piano Trios‘. Auch diesmal schlagen die drei jungen Frauen des Boulanger Trios einen großen, logischen und musikalisch überzeugenden Bogen. Von Camille Saint-Saëns über Gabriel Fauré zu Lili Boulanger, neben ihrer Schwester Nadia Namensgeberin der Trioformation. Dieser Brückenschlag ist musikhistorisch einleuchtend, lassen sich doch direkte Verbindungen zwischen den Komponisten bzw. der Komponistin erkennen. Doch musikhistorischer Konnex hin oder her die Werkzusammenstellung überzeugt vor allem, weil das Boulanger Trio drei ganz ausgezeichnete, hoch interessante und zweifelsohne sehr ausdrucksstarke Werke zusammengestellt hat.
Schon der Einstieg in den Kopfsatz von Camille Saint-Saëns‘ Trio Nr. 2 e-Moll op. 92 entfacht einen ganz eigenen Zauber. Angefangen von dem im Klangbild mittig postierten Klavier reichen sich die Geige von links und das rechts disponierte Cello die samtig abgetönten Klänge weiter. Es entsteht ein Klangwoge, die langsam, mit einem bruchlosen Legato von einer zur anderen Seite schwappt. [...]
Karla Haltenwanger am Klavier, die Geigern Birgit Erz und Ilona Kindt am Cello entfalten eine von hoher Spannung geprägte Atmosphäre. Die Abstimmung zwischen den drei Instrumentalistinnen ist vorzüglich, der Klangfarbenreichtum immens. Das im ungewohnten Fünfer-Takt gehaltene ‘Allegretto’ wird mit Schwung ausgespielt; etwas irritiert von dem ungeraden Metrum, überlässt man sich als Hörer gerne dem kernigen Klang des Boulanger Trios. In den beiden folgenden Sätzen entfalten die drei Frauen einen sehr dichten, dynamisch fein abgestuften Klang. [...]
Ehe die drei Damen des Boulanger Trios zwei Stücke ihrer Namenspatronin auf hoch expressive Weise zum Leben erwecken, erkunden sie in Gabriel Faurés d-Moll-Trio op. 120 aus dem Jahr 1923 den eher filigran disponierten Satz. Dass die geradezu hymnischen Passagen hier aber ebenso zu ihrem Recht kommen und strahlend ausgesungen werden, trägt zu der überzeugenden Darstellung des Boulanger Trios bei. Auch hier ist das Spiel mit Klangfarben und -nuancen erstaunlich, die Balance zwischen den Instrumenten erstklassig.
Einen veritablen Schlusspunkt wohl eher ein Ausrufezeichen setzt das Boulanger Trio abschließend mit Lili Boulangers ‘D’un soir triste’ und ‘D’un matin de printemps’, beide aus dem Jahr 1918. Das erste Stück scheint vollgesogen mit den Leiderfahrungen des Ersten Weltkriegs. In der Mitte einen gewaltigen Trauermarsch entfaltend ist es mit höchster Expressivität aufgeladen, zumindest in der Deutung durch das Boulanger Trio. Dass diese Ausdruckskraft nie vordergründig, bloß dargestellt wirkt, sondern eine ganz tiefe, authentische Wirkung zu entfalten vermag, ist den drei Musikerinnen zu danken. Den Abschluss dieser Einspielung macht das viel kürzere, heitere ‘D’un matin de printemps’, das die kompositorische Avanciertheit in eine fröhlich-unbeschwerte Klangoberfläche eingeprägt hat."
Tobias Pfleger
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Harburger Anzeigen und Nachrichten, 6. April 2009
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Reise durch die Welt des Trios
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"Möge der Nachhall noch lange in den Räumen schweben: in der Schule an der Gumbrechtstrasse, die sich in Heimfeld ambitioniert, liebevoll und erfolgreich darum bemüht, Kultur und vor allem klassische Musik in der Region anzubieten, fand ein außergewöhnliches Konzert statt.
Die drei jungen Musikerinnen des Boulanger Trios hatten "alle Menschen ab sechs Jahren" in die Pausenhalle eingeladen. Die war fast voll besetzt, und tatsächlich waren auch zahlreiche Kinder unter den gebannt lauschenden Zuhörern.
[...] Abwechslungsreich gestalteten sie ihre "Reise durch die Welt des Klaviertrios von Joseph Haydn bis heute" und spielten einzelne Sätze von Haydn, Mozart, Brahms, Ravel und vom lettischen Komponisten Peteris Vasks. Dessen "Misterioso" aus "Episodi e canto perpetuo" glich einer spannenden Geschichte mit minimalistischer Tongebung. Es klang wie eine leise, schaurige Krimi-Untermalung. Da spitzten alle Jung und Alt die Ohren.
Nach der Pause folgte das ungekürzte Klaviertrio H-Dur Opus 8 von Johannes Brahms in einer atemberaubenden, meisterhaften Interpretation. Die drei jungen Damen bildeten eine harmonische Einheit und verständigten sich aufmerksam durch Blickkontakte. Von technischen Schwierigkeiten keine Spur. Zarte instrumentale Streicheleinheiten, gesangliche Kantilenen und aufbrausende Klangfülle die Palette des Ausdrucks war immens.
Das Publikum folgte diesem leidenschaftlichen Musizieren genauso konzentriert - das Fallen einer Stecknadel wäre zu hören gewesen - und dankte mit langem Applaus."
Traute Scheuermann
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Coburger Tageblatt, 10. März 2009
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Klangzauber mit Tiefenschärfe
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"Schon bei der Interpretation dieses dreisätzigen Werkes [Trio d-Moll von Gabriel Fauré] demonstrierte das Boulanger Trio ebenso sein frappierend homogenes, technisch stets souveränes Zusammenspiel wie sein sensibles Stilgefühl.
Mit ihrer nuancenreichen Deutung ließen Karla Haltenwanger, Birgit Erz und Ilona Kindt jedenfalls ganz selbstverständlich hörbar werden, dass Fauré am Ende seines langen Komponistenlebens gewiss kein Avantgardist war, seine romantisch gefärbte Tonsprache freilich mit manchen klanglichen wie formalen Neuerungen durchaus anzureichern wusste. Vor allem aber gelang es den drei Künstlerinnen, die stets fließenden Übergänge, die Faurés d-Moll Trio auszeichnen, in weich phrasierte Bögen zu übersetzen. Klangliche Fülle und Intensität des Ausdrucks verbanden sich in dieser Interpretation stets in bester Balance. Längst hat sich das Konzertpublikum auch in Coburg daran gewöhnt, dass junge Kammermusikensembles akribische Sorgfalt der Einstudierung und packende Gestaltungskraft scheinbar selbstverständlich zu verbinden wissen. Beim Boulanger-Trio kam da freilich noch eine erstaunliche interpretatorische Reife hinzu.
Das Spiel des Boulanger-Trios kennt keine behagliche Routine, lässt sich nicht hinwegreißen vom eigenen Elan, sondern bleibt bei aller Kraft des Ausdrucks doch zugleich stets beherrscht und weiß die interpretatorischen Mittel klug abgestuft einzusetzen. Zwei Triosätze von Lili Boulanger [...] gerieten dem Boulanger Trio dann zum eindringlich formulierten Pladoyer für die 1918 im Alter von nur 24 Jahren verstorbene Komponistin. Klangsinnlichkeit und klare Konturierung verbinden sich in beiden 1918 entstandenen Werken auf sehr nachdrückliche und überzeugende Weise.
Das anspruchvollste Werk des Abends stand nach der Pause mit Maurice Ravels a-Moll Trio auf der Vortragsfolge. Das 1914 entstandene und 1915 uraufgeführte Trio ist gekennzeichnet durch die Verbindung von formaler Strenge und faszinierendem Klangfarbenreichtum. Dem Boulanger Trio gelang eine durchgehend ausdrucksintensive, nuancenreich präzise Deutung. Konturenschärfe und lebendig atmende Phrasierung verbanden sich mit scheinbar müheloser Souveränität."
Jochen Berger
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Neue Presse, 11. März 2009
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Ein Trio für Ohren und Augen
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"Neu und vielseitig, subjektiv und impulsiv wie die Musik der Jahrhundertwende um 1900 war auch das Boulanger-Trio am Montag im Konzertsaal der HUK zu bestaunen.
Mit präzisester Technik und einfühlsamen Einwürfen entwickelten die Künstlerinnen ein Crescendo a trois, das im „Allegro ma non troppo“ furios endet; in einem spirituellen, dennoch energischen und nervigen „Andantino“ sangen die Streichinstrumente die Melodie der zeitgenössischen Tristesse in den Pariser Salons.
Asiatisch angehaucht und meditativ spielte das Trio eine Melange aus Ruhe, Spannung und Kraft. Gelebter und komponierter Existenzialismus pur. Es endet im Nichts.
Zwischen butterweich in Flaum gebettet sangen die Streichinstrumente „Modéré“ bis zu reinsten Flageolett-Klängen und zum Verklingen. Dazwischen ekstatische, aufwühlende Rhythmen und flammende leidenschaftliche Themen, gepaart mit Pizzicato und Staccato zu reiner Melodienfreudigkeit des Piano. „Assez vif“ geht es daher schon im moderaten Teil zu. Doch das „Pantoum“ legt motorisch expressiv noch einen Zahn zu. Die „Passacaille: Très large“ bringt buddhistische Ruhe in den Wechsel der Gefühle und führt zu einem furiosen Finale. „Animé“! Das musste man den drei Damen nicht extra sagen. Das verkörperten sie. Mit pfiffigen Arpeggios und Trillern steckte Birgit Erz auf der Geige alle an. Virtuosität als Lebensfreude und als Weltmusik vermittelten Ravel und das Boulanger Trio."
Dr. Peter Müller
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klassik.com, 17. Januar 2009
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Gelungener Brückenschlag
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"Schlägt man das Booklet vorliegender Einspielung des Boulanger Trios, einer Neuerscheinung aus dem Hause Ars Produktion, auf, so sind dort die lobenden Worte Wolfgang Rihms zu lesen: „So interpretiert zu werden, ist wohl für jeden Komponisten ein Wunschtraum.“ Die Vorschusslorbeeren des Komponisten lassen freilich die Erwartungen des Hörers an das Boulanger Trio in die Höhe schnellen. Denn könnte man Rihms Aussage wohl auch dem Ehepaar Schumann nachträglich und guten Gewissens in den Mund legen?
Man kann. Denn den drei Frauen des Boulanger Trios gelingt mit der Aufnahme der g-Moll-Trios von Clara bzw. Robert Schumann und Wolfgang Rihms „Fremde Szene III“ ein Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der als höchst gelungen bezeichnet zu werden verdient. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Verbindung von alter Musik und Moderne nicht selten bemüht und unangenehm angestrengt wirkt. Hier aber treten die Verknüpfungen zwischen Schumann und Rihm offen zutage (auch wenn diese, so meine Hörempfindung, über einen, unsicht- bzw. unhörbaren ‚dritten Mann’ verläuft).
Drei verschiedene Musiziergesten
Eines der faszinierendsten Momente der Einspielung des Boulanger Trios liegt darin, dass die drei Musikerinnen für jedes der drei aufgenommenen Klaviertrios einen eigenen Musiziergestus kultivieren. Wie von den Musikerinnen im angenehm persönlich gehaltenen Booklettext angeführt, richtet sich Clara Schumanns g-Moll-Trio op. 17 aus dem Jahr 1846 noch an ein Publikum (gehobener) Hausmusik. Wenn auch die Anforderungen an jede einzelne Stimme nicht als gering zu bezeichnen sind, so bewegt sich doch die expressive Amplitude dieses Trios in dem für das bürgerliche Musizieren im häuslichen Kreis angemessenen Rahmen.
Karla Haltenwanger (Klavier), Birgit Erz (Violine) und Ilona Kildt (Violoncello) tun folglich gut daran, Clara Schumanns Trio nicht mit üppiger Expressivität zu überlasten. Dennoch ist die klangliche Realsierung des Boulanger Trios sehr abwechslungsreich, voller feiner Nuancen (vor allem in der Klangfarbengestaltung der Streicher) und von hoher Subtilität in der Abstimmung der Einzelstimmen. Wie im ersten Satz das Klavier mal Hintergrundflächen malt, mal prägnant sich in den Vordergrund spielt und dann wieder abtaucht, ist große kammermusikalische Interaktion. Und dass selbst im Rahmen häuslicher Musikpflege durchaus dunkle Untertöne mit lyrischen Inseln abwechseln können, Kontraste auftreten dürfen, scharfe Konturen heraustreten können, zeigen die drei Musikerinnen auf überzeugende Weise, vor allem in den Ecksätzen.
Erheblich geweitet wird die expressive Amplitude dann in Robert Schumanns spätem g-Moll-Trio op. 110 aus dem Jahr 1852. Das Boulanger Trio schlägt hier einen ganz anderen Ton an, eine viel stärker nach außen gewendete Haltung. Vor allem die intrikate Abstimmung der Einzelstimmen gelingt den Musikerinnen auf sehr anregende Weise. Feine dynamische Abstufungen, manche Flexibilität in der Tempogestaltung und farbliche Differenzierung schaffen eine ausdrucksvolle Realisierung der Schumannschen Kleinteiligkeit, bei der man stets den Eindruck hat, ihm falle, da er einen Takt geschrieben hat, zu diesem gleich wieder Neues ein, das dann wiederum Neues zeugt usw. Das Reihende wird durch wiederkehrende Motivik oder Allusionen immer an der Leine geführt, um nicht allzu weit wegzustreunen. Und doch gibt es zahlreiche Stimmungsumbrüche, Wegänderungen, Ausreißversuche, zumal in dieser beeindruckenden Interpretation des Boulanger Trios. Besonders überzeugend gelingt die Ensemblekommunikation und abstimmung, die das Ideal kontinuierlicher höchster Transparenz zugunsten einer (in jeder Satzphase überzeugenden) Hierarchisierung der Einzelstimmen zurückdrängt. Noch ausgeprägter wird die Espressivo-Haltung des Trios dann in Wolfgang Rihms „Fremde Szene III“ mit ihren Anspielungen auf Robert Schumann. Die drei Musikerinnen werden dabei jedem Element des Stücks gerecht: Dem traumhaft-schwelgenden der Flageolett-Klänge, dem musikantisch rhythmisch Polternden, den zackigen, dissonanten Gesten. Gerade im Mittelteil scheint die Verbindungslinie von Schumann zu Rihm über die Zwischenstation Schostakowitsch zu verlaufen. Nicht wenig erinnert die Kontrastierung von abgrundtiefer Klage und (hoch ambivalenter) stürmischer Bewegung an Schostakowitschs zweites Trio op. 67. Von den drei Musikerinnen des Boulanger Trios werden die verschiedenen Stimmungen bestens eingefangen, oftmals nicht nur hart gegeneinander gestellt, sondern übereinander geschichtet.
Klanglich werden alle Feinheiten Clara Schumanns bis zu den Eruptionen Rihms sehr gut abgebildet. Die Realisierung hält die Waage zwischen direkter, einzelstimmenbetonter Klangabnahme und rundem Ensembleklang. Insgesamt also eine vollauf überzeugende Einspielung."
Tobias Pfleger
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