WELCOME

Welcome to Boulangerie 2017!
Our concert series combines concert and salon together and builds a bridge between the traditional chamber music repertoire and the music of today. Each event is dedicated to a contemporary composer who is present during the concert and talks with us about his work and life – the focus here is not musicological analysis, but a personal conversation about the music. To conclude the evening, bread and wine is offered after in a relaxed atmosphere and the audience has the opportunity to talk with us and our guest.

This year we have again great composers, who have all found a very individual and unmistakable sound language. Our first event is also a premiere for us: for the first time, we have invited two composers together: Ulrich Kreppein and Charlotte Seither have written both works for which sculptures were a source of inspiration. In June, we are very happy to welcome the celebrated Finnish composer Kaija Saariaho with her work Light and Matter in Hamburg. In Berlin, there is an event dedicated to Hans Werner Henze. As a conversation guest, we were able to win his long-term assistant Dr. Michael Kerstan.
The second half of the year is devoted entirely to the Asian continent. In October Guoping Jia comes from China with a German premiere of his quartet, which was written for us and Nina Janssen. And in December – for the second time in our Boulangerie – Toshio Hosokawa from Japan is our guest.

We hope welcoming you to our next Boulangerie!

Karla, Birgit & Ilona
Boulanger Trio

UPCOMING CONCERTS

Saturday, 25 March 2017, 7 pm
Berlin, Radialsystem V

Boulangerie with Charlotte Seither and Ulrich A. Kreppein

Charlotte Seither, figure in space (2016) for violin, cello and piano
Ulrich A. Kreppein, Trio für Violine, Violoncello und Klavier (2016)
Boulanger Trio
Guests: Charlotte Seither and Ulrich A. Kreppein

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Sunday, 2 April 2017, 7 pm
Hamburg, resonanzraum St. Pauli

Boulangerie with Charlotte Seither and Ulrich A. Kreppein

Charlotte Seither, figure in space (2016) for violin, cello and piano
Ulrich A. Kreppein, Trio für Violine, Violoncello und Klavier (2016)
Boulanger Trio
Guests: Charlotte Seither and Ulrich A. Kreppein

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Sunday, 14 May 2017, 11 am
Grafenegg (A)

Boulangerie with Johannes Maria Staud

Peter I. Tschaikowski, Trio in a minor op. 50
Johannes Maria Staud, Zehn Miniaturen „Für Bálint András Varga” (2007-2009)
Boulanger Trio
Guest: Johannes Maria Staud

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Wednesday, 14 June 2017, 7 pm
Hamburg, resonanzraum St. Pauli

Boulangerie with Kaija Saariaho

Clara Schumann, Trio in g minor op. 17
Kaija Saariaho, Light and Matter (2014)
Boulanger Trio
Guest: Kaija Saariaho

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Sunday, 2 July 2017, 7 pm
Berlin, Radialsystem V

Boulangerie, dedicated to Hans Werner Henze

Hans Werner Henze, Adagio adagio (1993)
Ludwig van Beethoven, Trio in D major op.70 No.1 “Ghost”
Hans Werner Henze, Sonata for violin solo (1976/77 rev. 1992)
Hans Werner Henze, Kammersonate (1948)
Boulanger Trio
Guest: Dr. Michael Kerstan (longtime assistant of Mr. Henze)

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Friday, 13 October 2017, 7 pm
Hamburg, resonanzraum St. Pauli

Boulangerie with Guoping Jia

Olivier Messiaen, Quatuor pour la fin du temps
Guoping Jia, New work (2017, German Premiere)
Boulanger Trio
Guests: Guoping Jia, Nina Janßen-Deinzer (clarinet)

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Saturday, 14 October 2017, 7 pm
Berlin, Radialsystem V

Boulangerie with Guoping Jia

Olivier Messiaen, Quatuor pour la fin du temps
Guoping Jia, new work (2017, German Premiere)
Boulanger Trio
Guests: Guoping Jia, Nina Janßen-Deinzer (clarinet)

We thank our sponsors:

Kulturbehoerde
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Hamburger Abendblatt, 11/2016

Boulanger Trio: Bei Wein und Käse Musik entdecken

Ein Artikel von Verena Fischer-Zernin

Hamburg. Liefe die Veranstaltung im Fernsehen, dann hieße sie womöglich “Das kompositorische Quartett”: Drei Musikerinnen sitzen mit einem Gast in einer Runde und unterhalten sich mit ihm eloquent und charmant über ihn und sein Werk. Zwischendurch spielen sie.

Dies ist aber keine neue Talkshow. Dies ist die “Boulangerie”, wie die drei Damen vom Boulanger Trio ihren Salon nennen. Die Werkauswahl trifft der eingeladene Komponist, es erklingen jeweils Werke aus seiner Feder und solche aus dem angestammten Repertoire für Klaviertrio. Am Schluss bitten die Künstlerinnen die Anwesenden zu Wein und Käse.

“Unser Konzept ist, dass die Leute mit uns den Komponisten kennenlernen, den Menschen, der hinter der Musik steht. Der interessiert uns ja genauso”, sagt die Geigerin des Trios, Birgit Erz, über die “Boulangerie”. “Wenn man den Menschen kennt, ist die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, viel größer.”

Erz und ihre Mitstreiterinnen Karla Haltenwanger (Klavier) und Ilona Kindt (Cello), jede für sich eine ausgezeichnete Interpretin, haben einzeln und gemeinsam zahlreiche Preise nach Hause getragen – wo übrigens auf jede von ihnen zwei Kinder warten; gute Organisation und ein belastbares Netzwerk brauche es schon, sagt Erz. Zu hören ist es bei ihren Konzerten nie, wie anstrengend der Spagat zwischen Kunst und Familie sein kann. Wolfgang Rihm (das ist der, der zur Eröffnung der Elbphilharmonie das Auftragswerk “Reminiszenz” beisteuert) bedankte sich nach einem Konzert: “So interpretiert zu werden ist wohl für jeden Komponisten ein Wunschtraum.” Und ein begeisterter Kritiker hat die drei gar schon als Erbinnen des weltberühmten Beaux Arts Trios ausgerufen.

Anders als beim Beaux Arts Trio gehört für sie allerdings die Beschäftigung mit Neuer Musik zum Kern ihres künstlerischen Profils. Mit dem Ensemblenamen ehren die Musikerinnen die französischen Schwestern Nadia und Lili Boulanger. Beide waren Komponistinnen. Lili starb schon 1918 mit 24 Jahren und hinterließ ein schmales, aber wegweisendes Œuvre. Nadia wiederum hat die zeitgenössische Musik bis zu ihrem Tod 1979 über Jahrzehnte mitgeprägt, zu ihren Schülern gehörten Astor Piazzolla, Philip Glass und auch Daniel Barenboim. Jeden Mittwoch gab sie Theoriestunden in ihrer Pariser Wohnung. Da kamen nicht nur ihre Studenten, sondern auch andere Künstler, und hinterher gab es Tee und Gebäck. Die Studenten nannten diese Institution so liebevoll wie beziehungsreich “Boulangerie” (das französische Wort für “Bäckerei”).

Den Rang des Boulanger Trios zeigt auch die Riege bedeutender Komponisten, die die Einladung zur “Boulangerie” angenommen haben. Toshio Hosokawa war da, ein führender Vertreter der zeitgenössischen japanischen Musik, dessen Oper “Stilles Meer” Anfang des Jahres an der Staatsoper uraufgeführt wurde. Der Doyen der Neuen Musik in Österreich, Friedrich Cerha, hat mit ihnen vor Publikum geplaudert, und im Juni kommt die gefeierte Finnin Kaija Saariaho.

Seit 2012 leisten die drei sich die “Boulangerie” in Hamburg und im Berliner Radialsystem. Inzwischen haben sie die Reihe, dank der Hilfe der Alban Berg Stiftung, sogar in den Wiener Musikverein exportieren können. Und seit die drei von der etwas abseits gelegenen Kulturfabrik Kampnagel in den Resonanzraum umgezogen sind, entwickeln sich die Besucherzahlen prächtig.

“Der Raum ist perfekt für uns, auch mit der Bar”, sagt Birgit Erz. “Der klingt toll, ist sehr flexibel und hat eine tolle Atmosphäre.” Über einen Umzug in die Elbphilharmonie nachzudenken sieht sie zurzeit keinen Grund. “Wir wollen ja mit dem Publikum gemeinsam etwas entdecken. Für uns funktioniert das besser in einer intimen Atmosphäre”, sagt Erz. “Da kommen Leute, die noch nie mit Neuer Musik in Berührung waren, und die finden das alle spannend.” Man findet aber auch nicht jeden Tag ein Ensemble dieses Niveaus, das dem Publikum Neue Musik so unangestrengt wie kenntnisreich nahebringt und es teilhaben lässt an dem knisternd intensiven Kontakt, der beim Musizieren entsteht.

Kammer-Musik eben. Selten wird das Wesen des Genres so fassbar.